Testamentum porcelli – das Testament des Ferkels Marcus Grunnius Corocotta (Abb. 1)

Das Freilichtmuseum Oerlinghausen gehört zu den Institutionen, die wesentlich am Rückzüchtungsprogramm frühgeschichtlicher Schweine beteiligt sind. Die Knochen von Borstentieren aus Rückzüchtungen lassen sich mit solchen aus archäologischen Funden vergleichen. Dies kann einiges zur Klärung wirtschafts- und umweltgeschichtlicher Fragen beitragen, etwa wie Wälder zur Schweinemast genutzt wurden, was sich über den Viehhandel sagen lässt oder wie die Borstentiere zur menschlichen Ernährung beigetragen haben. 

Schweine haben aber auch in der antiken Literatur und Kunst ihren Platz (Abb. 2). An dem fiktiven Testament des Schweinchens Marcus Grunnius Corocotta haben sich in der Spätantike und im Mittelalter viele Lateinschüler erfreut. Manch gebildetem Zeitgenossen galt dies hingegen als allzu simple Trivialliteratur. Am Anfang des 5. Jahrhunderts beklagt der hl. Hieronymus, dass kein Schriftsteller so schlecht sei, dass er nicht doch Leser finde. Viele würden eher lasziv-derbe Geschichten lesen, statt sich durch die schwierigen Werke des Philosophen Plato zu arbeiten. Als schlechtes Beispiel nennt er die Jungen in der Schule, die unter großem Gelächter besagtes Testament rezitieren. Allerdings, wie es im Leben manchmal so ist, was Kritikern missfällt, kann auch seine guten Seiten haben. Das Testamentum porcelli hat doch einige Mehrdeutigkeiten (derbe und andere) zu bieten, so wie es von einer Kunstdichtung zu erwarten ist. 

Der Text beginnt mit einer förmlich wirkenden Einleitung (Testamentum porcelli I, Übersetzung nach Bott mit Ergänzungen nach Aubert): 

(I) Es beginnt das Testament des Schweinchens: Das Schweinchen M. Grunnius Corocotta hat sein Testament gemacht. Da ich mit eigener Hand nicht schreiben kann, habe ich mein Testament diktiert. 

Dann wird erzählerisch eine dramatische Ausgangssituation vorgeführt, in der das Ferkel vergeblich um sein Leben fleht. 

(II) Magirus der Koch sprach: „Komm her, du Zerstörer des Hauses, du Wühler, du entlaufenes Ferkel, und heute nehme ich dir das Leben“. Corocotta das Schweinchen antwortete: Wenn ich irgend etwas gemacht habe, wenn ich irgendwie gesündigt habe, wenn ich irgendwelches Geschirr mit meinen Füßen zerbrochen habe, ich flehe dich an, Herr Koch, ich bitte um mein Leben, gib meiner Bitte nach.“ Magirus der Koch sprach: „Geh, Junge (oder Sklave), bring mir aus der Küche ein Messer, damit ich dieses Ferkel bluten lasse!“ Das Schweinchen wird von den Gehilfen ergriffen und abgeführt am 16. Tag vor den Kalenden des Lupernicus (Lampenmonats), wenn die Kohlsprösslinge sprießen (rekonstruiertes Datum: 17. Dezember), unter dem Konsulat des Clibanatus („der Gebackene“) und des Piperatus („der Gepfefferte“). Und als es sah, dass es sterben müsse, bat es um eine Gnadenfrist von einer Stunde und ersuchte den Koch, sein Testament machen zu dürfen. Es rief seine Eltern zu sich, um ihnen etwas von seinem Futter zu vermachen. 

Diese beiden Teile machen schon ungefähr ein Drittel des gesamten Textumfangs aus. Marcus Grunnius Corocotta ist eine Namensform für einen römischen Bürger mit drei Namen, der tria nomina. Der erste, Marcus, ist ein geläufiger römischer Vorname. Schlichte Gemüter konnten sich am zweiten Teil des Namens freuen; der Gentilname Grunnius ist lautmalerisch vom Grunzen abgeleitet, das Schweinchen stammt also aus der Familie (gens) der Grunzer. Mehrdeutig und interessant ist das Cognomen, der Beiname Corocotta. Im Lateinischen konnte man damit einen Schweinebraten assoziieren. Um weitere Bedeutungen zu würdigen, mussten die Leser schon ein wenig Gelehrsamkeit mitbringen. Bei Plinius dem Älteren (Naturgeschichte 8,72) ist der Corocotta ein sagenhaftes Raubtier, eine Art Hyäne. Nach antiken Vorstellungen konnte die Hyäne mit ihrer Stimme Menschen anlocken, vielleicht keine unpassende Vorstellung für ein sprechendes Schwein (Anderson S. 57 f.). 

Der Historiker Cassius Dio berichtet außerdem (Römische Geschichte 56,43,3) über einen in Spanien aktiven Räuber Corocotta, auf dessen Ergreifung Kaiser Augustus die ungeheure Summe von einer Million Sesterzen in Aussicht gestellt hatte. Corocotta stellte sich selbst – und erhielt, so Cassius Dio, nicht nur das Geld, sondern wurde auch noch begnadigt. Im Werk des Historikers steht die Anekdote an einer prominenten Stelle, nämlich in der zusammenfassenden Würdigung der Lebensleistung des ersten römischen Kaisers. Die historisch gebildete Leserschaft wusste also, dass der Räuber Corocotta mit seinen Taten davongekommen war. Unserem Ferkel hat sein Geständnis dagegen nichts genutzt. 

Der Name des Kochs, also Magirus, bedeutet auf Griechisch ebenfalls Koch. Zweisprachigen Lesern des Textes erschloss sich somit eine kleine lateinisch-griechische Wortspielerei. 

Nach römischem Recht konnten normale römische Bürger solange kein eigenes Testament aufsetzen,  bis ihr Vater starb. Ausnahmen gab es nur für privilegierte Gruppen wie Soldaten. Das war den Zeitgenossen natürlich auch bekannt. Daher ist sogar vermutet worden, dass sich das Testamentum porcelli ursprünglich als Satire auf einen berühmten Soldaten bezogen hat, der aufgrund dienstlicher Vergehen hingerichtet worden ist. Heute lässt sich allerdings keine historische Persönlichkeit als direktes Vorbild erschließen. 

Der Leser, der keine derartigen Anspielungen vermutete oder verstand, sah vielleicht nur in den zuvor erhobenen Vorwürfen an das Ferkel und in seinem Geständnis eine komische Lebensnähe. Ein panisch davonrennendes Schwein konnte einiges an Verwüstungen anrichten, was in Zeiten freilaufender Hoftiere auch jeder wusste. Dies klingt in unserer Sprache noch nach, denn wer heute im sprichwörtlichen Sinn die Sau herauslässt, nimmt wenig Rücksicht auf Kollateralschäden in seiner Umgebung. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts setzte Wilhelm Busch das in der Geschichte „Der Bauer und sein Schwein“ amüsant ins Bild (Abb. 3). Doch auch dort endet die Sau dann unter des Metzgers Messer. 

Einen Hinweis auf die ursprüngliche Verwendung der Geschichte gibt das angegebene Datum. Wären statt der hübsch erfundenen Namen der beiden Konsuln echte Würdenträger angegeben, ergäbe sich daraus eine Jahresdatierung. Die echten, regulären Konsuln wurden zum ersten Januar jeden Jahres eingesetzt und sind bekannt. Eine genaue Datierung ist für den Text nicht möglich. Er ist wohl in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts n. Chr. entstanden. Die weiteren Angaben weisen aber auf eine Festzeit im römischen Kalender, die Saturnalien. Die nach dem Gott Saturn benannten Feiern begannen am 17. Dezember und dauerten zunächst bis zum 23. und später bis zum 30. Dezember. An den Saturnalien trafen sich die Menschen zum geselligen Miteinander, zum Essen, Trinken und Spielen. Es wurde über verschiedene Themen diskutiert, Rätselaufgaben gestellt und Geschenke verteilt. Eine Sammlung von Rätseln aus der Spätantike, die „Aenigmata“ des Symphosius, sind ausdrücklich für den Gebrauch an den Saturnalien bestimmt gewesen. Eine der Rätselaufgaben ist einem Schwein gewidmet (Fischer). Der Text des Testamentum porcelli wiederum gibt mit weiteren Anspielungen und Mehrdeutigkeiten Anlass zum Nachdenken und Lachen, passt also in die Unterhaltungen dieser Jahreszeit. Einige Begriffe haben im Lateinischen mehrere Bedeutungen, die unterschiedliche Auslegungen ermöglichen: 

(Ende II): Es sprach: (III) „Meinem Vater Verrinus Lardinus (Fetter Speck) vererbe ich 30 Scheffel Eicheln und meiner Mutter Veturina Scrofa (Alte Sau) vererbe ich 40 Scheffel lakonisches Weizenmehl, und meiner Schwester Quirina (Quiekerin), bei deren Hochzeit ich nicht werde dabei sein können, vererbe ich 30 Scheffel Gerste. Und von meinen Körperteilen vermache ich den Schustern die Borsten, den Streitsüchtigen den Kopf/die Schnauze, den Tauben die Ohren, den Advokaten und Sprüchemachern die Zunge, den Metzgern meine Gedärme, den Wurstmachen die Schenkel, den Frauen die Nieren/Hoden, den Jungen die Blase/Vulva, den Mädchen den Schwanz, den Weichlingen/Wüstlingen die Muskeln/das Rektum, den Läufern und Jägern die Knöchel, den Räubern die Klauen. Und dem verfluchten Koch vermache ich den Löffel/Topf und den Stößel, die ich mit mir hergebracht hatte: Von Thebeste (in Numidien) bis Tergeste (das heutige Triest) soll er sich den Hals mit einem Strick zubinden/soll er sie sich um den Hals hängen. 

Der Text ist in diesem Teil eine Parodie auf einen letzten Willen. In einem regulären römischen Testament wären natürlich keine Körperteile vermacht worden. Der Verzehr eines echten Menschen hätte auch einen erheblichen Tabubruch dargestellt. In der antiken Sagenwelt gibt es eine sehr prominente Geschichte dazu: Der mythische König Tantalus hatte als Gast der Götter Nektar und Ambrosia gestohlen. Als die Götter dann im Gegenzug den Tantalus besuchten, stellte er deren Allwissenheit auf die Probe. Er tötete seinen Sohn und ließ ihn kochen und servieren. Die Gottheiten bemerkten die Schandtat schnell und brachten den Sohn ins Leben zurück. Tantalus wurde zur Strafe nach seinem Tode in der Unterwelt in einen Teich unter einen Obstbaum gestellt, konnte aber weder das Wasser noch die Früchte erreichen. So musste er auf ewig hungern und dürsten, er erlitt damit die sprichwörtlichen Tantalusqualen. Im Kontrast dazu war das Schwein in römischer Zeit eine sehr beliebte Speise, wobei allerdings auch einige der genannten Teile nicht verzehrt worden sind. 

Danach verfügt das Ferkel, dass ihm auch noch ein Grabstein gesetzt werde. Nimmt man es genau, wäre dieser eigentlich für einen Kenotaph, ein leeres Grab bestimmt, da die einzelnen Körperteile ja nicht bestattet, sondern ihrer jeweils anderen Bestimmung zugeführt wurden. 

Der Text (III) wird fortgesetzt: Und es ist mein Wille, einen Grabstein/ein Monument zu bekommen, auf dem in goldenen Buchstaben geschrieben steht: ‚M. Grunnius Corocotta, das Schweinchen, hat 999 ½ Jahre gelebt, sodass es, wenn es noch ein halbes gelebt hätte, 1000 Jahre erfüllt hätte.‘ Meine besten Freunde oder Konsuln meines Lebens, ich bitte euch, dass ihr meinen Körper gut behandelt, dass ihr ihn gut würzt mit guten Gewürzen, und zwar mit Kernen, Pfeffer und Honig, damit mein Name in alle Ewigkeit genannt werde. Meine Herren und Verwandten, die ihr bei meinem Testament dabei gewesen seid, lasst unterzeichnen.“ 

(IV) Lardio (Speck) hat unterzeichnet. Ofellicus (Kleiner Bissen) hat unterzeichnet. Cyminatus (mit Kümmel gewürzt) hat unterzeichnet. Lucanicus (der Name ist von der Lukanischen Wurst abgeleitet) hat unterzeichnet. Tergillus (Schwarte) hat unterzeichnet. Celsianus (Schweinebraten) hat unterzeichnet. Nuptialicus (Hochzeitsgast) hat unterzeichnet. Das Testament des Schweinchens vom 16. Tag vor den Kalenden des Lucernius unter dem Konsulat des Clibanatus und des Piperatus ist zu Ende. Viel Glück! 

Der rechtsgeschichtlich interessante letzte Wille des Schweinchens war mit juristischen Formulierungen versehen, hat aber auch zahlreiche, wohl absichtlich eingebaute Fehler (ausführlich etwa Aubert; Champlin). So wird das Testament mit einem standardisierten Einleitungssatz eröffnet. Auch der Hinweis auf die eigene Illiteralität am Beginn ist nicht unüblich, da nur eine Minderheit der Bevölkerung ausreichend lesen und schreiben konnte. Allerdings fehlt ein eigentlich notwendiger Haupterbe. Dass die Erben dafür sorgten, dass ein Grabstein gesetzt werden sollte, ist auf zahlreichen originalen Grabinschriften ausdrücklich bezeugt. Das Alter selbst ist natürlich wieder eine gewaltige humoristische Übertreibung, aber es gibt auch Grabsteine für Menschen mit hohen Altersangaben. Das Testament wird abschließend von sieben Zeugen unterschrieben. Die schmackhaften Namen weisen darauf hin, dass es sich auch hier wieder um Schweine handelt. Es gab in der römischen Rechtsgeschichte verschiedene Formen, seinen Nachlass zu regeln. Wenn die Zeugen persönlich anwesend waren wie beim Testamentum porcelli, wären eigentlich nur fünf Unterzeichner nötig gewesen (testamentum civile). Die Zahl erhöht sich im konkreten Fall, da es sich um Analphabeten handelt. In einer anderen Testamentsform waren sieben Unterschriften erforderlich, dafür konnten die Zeugen auch nachträglich unterzeichnen. 

Wie an einigen Beispielen gezeigt, konnten sich die Leser des Testamentum porcelli an billigen Scherzen und Sprachspielereien mit Namen oder Körperteilen genauso freuen wie an historischen oder juristischen Erörterungen. Der heute etwas skurril wirkende Text bot also Unterhaltung für unterschiedliche Ansprüche, intellektuelle Niveaus und Bildungsarten. Die Teilnehmer, die bei einem Saturnalienfest Scherze über das Testamentum porcelli machten, bekamen passend dazu vielleicht noch einen üppigen Schweinebraten serviert. 

Zum Schluss sei noch ein antiker Grabstein vorgestellt, der tatsächlich für ein Schwein gesetzt wurde. Dieses wurde bei einem Verkehrsunfall getötet. Das Monument aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. wurde 1970 in Edessa (Makedonien) gefunden. Es zeigt einen vierrädrigen Transportwagen, der von einem Mann mit Kapuzenmantel gesteuert und von vier munter einher springenden Maultieren gezogen wird. Zu der Szene gehören noch zwei Schweine, ein stehendes vor den Zugtieren und ein kauerndes beim Wagen. (Abb. 4). Die griechische Inschrift lautet (Übersetzung nach Mindt): Ein von Allen geliebtes Schwein, ein junger Vierbeiner, hier liege ich, nachdem ich als Geschenk den Boden Dalmatiens verlassen hatte. Ich ging, wie ich gewollt hatte, nach Dyrrachium  (eine Stadt in Albanien) und Apollonia (in Illyrien). Ich durchquerte das ganze Land zu Fuß, allein, unermüdlich. Aber als Opfer eines Rades habe ich jetzt, der ich Emathia  (in Thrakien) und den phallischen Wagen (im Festzug für den Gott Dionysos) sehen wollte, das Licht verloren. Hier liege ich nun und schulde nichts mehr dem Tod. 

Das Fundstück aus Edessa gehört zu einer kleinen Gruppe von Tiergrabsteinen. Außerdem sind noch Grabgedichte für Tiere bekannt, die von antiken Autorinnen und Autoren stammen, beispielsweise für einen Delfin, eine Heuschrecke oder einen Hasen (Zusammenstellung etwa bei Mindt). Die meisten davon sind aber für Hunde, die bekanntermaßen für die Jagd sowie als Haus- und Schoßtiere gehalten worden sind. Tatsächlich sind auch einige wenige römische Hundegräber gefunden worden, die mit echten Bestattungen lieber als Hausgenossen verstanden werden können und sogar Beigaben haben (z. B. in Mayen: Grünewald; in Köln: Schäfer). Diese müssen natürlich von Entsorgungen von Kadavern sowie von Tierbeigaben oder Tieropfern an menschlichen Gräbern unterschieden werden. So lag ein ganzes Jungschwein aus Männergrab 20 von Eschweiler-Lohn (Städteregion Aachen) beim Essgeschirr (Gottschalk S. 96 Abb. 55). In diesem Fall ist das Tier aber nur ein Teil der üppigen Speisebeigaben gewesen. 

Beim Grabstein von Edessa wurde erwogen, dass das Schwein als Opfer für die Feierlichkeiten für Dionysos bestimmt gewesen sei (Mindt S. 239). Fraglich ist aber, warum gerade ein solches Tier geopfert werden sollte, das nach der Inschrift doch von den Menschen geliebt worden war. Diskutiert wurde sogar, dass der Stein zur Bestattung eines ehemaligen Sklaven mit dem sprechenden Namen Choiros (‚Schwein‘) gehört haben könne. Dieser sei in Form der beiden Schweine dargestellt worden (Koch S. 66). Der Name ist zwar als solcher bekannt. Die Vorstellung mutet aber dennoch etwas eigenartig an, da die Grabinschrift ja eindeutig auf einen Vierbeiner bezogen ist. Es ist schwer vorstellbar, dass jemand in der Antike bereit war, ohne eine besondere Motivation Geld für einen solchen Stein auszugeben. Tiere sind sicher nicht selten auf unnatürliche Weise zu Tode gekommen, ohne dass jemand ihnen eine teure Bestattung zukommen ließ. Nach dem ersten Teil des Textes möchte ich daher davon ausgehen, dass der anonym bleibende Wagenlenker der Besitzer war. Dieser schätzte sein Borstentier ebenso sehr wie einige andere einen Hund und fand aus ähnlichen Gründen ein Tierbegräbnis wichtig. Er hatte das Schwein einmal geschenkt bekommen und es hatte ihn auf seinen Fahrten begleitet (Abb. 5). Schweine können durchaus größere Strecken laufen (Banghard S. 8). Vielleicht erklärt sich die genannte allgemeine Beliebtheit des Unfallopfers nur daraus, dass der tierische Mitreisende an sich schon etwas Außergewöhnliches war. Allerdings haben manche Vertreter dieser bekanntermaßen recht klugen Spezies darüber hinaus noch mit Kunststückchen zu gefallen vermocht (Petronius, Satyricon 47). Ob auch das tote Schwein aus Edessa wegen solcher Fähigkeiten geschätzt wurde, darüber lässt sich freilich nur spekulieren. 

 

 

 

 

Literaturauswahl zum Testamentum porcelli: 

G. Anderson, The Cognomen of M. Grunnius Corocotta. American Journal of Philology 101, 1980, S. 57-58. 

J. Aubert, ‘Du lard ou du cochon’? The Testamentum Porcelli as a Jewish Anti-Christian Pamphlet. In: J. Aubert (Hrsg.), A Tall Order. Writing the Social History of the Ancient World. Beiträge zur Altertumskunde 216 (München 2005) S. 107-141 (mit englischer Übersetzung). 

N. Bott, Testamentum porcelli (Dissertation Zürich 1972) (Mit lateinischem Text, deutscher Übersetzung und Kommentar). 

E. Champlin, The Testament of the Piglet. Phoenix 41, 1987, S. 174-183. 

S. Fischer, Sprechende Schweine im Kontext der Saturnalien in der Spätantike: Symphosius‘ Aenigmata und das Testamentum porcelli. In: H. Schmalzgruber (Hrsg.), Speaking Animals in Ancient Literature (Heidelberg 2020) S. 377-397. 

 

Außer dem Testamentum porcelli zitierte antike Quellen: 

Cassius Dio, Römische Geschichte. Übersetzt von O. Veh (Düsseldorf 2009). 

Petronius, Satiricon. Hrsg. und übersetzt von C. Hoffmann (München 1948). 

Plinius der Ältere, Naturgeschichte Buch 8. Hrsg. und übersetzt von R. König (Darmstadt 1976). 

 

 

Weitere ausgewählte Literatur 

K. Banghard, Wie sich Schweine mediävistisch ausschlachten lassen. Forschungsperspektiven durch Rückzüchtung und Waldweide. Laureshamensia Sonderausgabe 1, 2020, S.6-11. 

W. Busch, Der Bauer und sein Schwein. In: Wilhelm Busch, Werke. Historisch-kritische Gesamtausgabe Band 1 (Hamburg 1959) S. 193-204. 

R. Gottschalk, Spätrömische Gräber im Umland von Köln. Rheinische Ausgrabungen 71 (Darmstadt 2015). 

M. Grünewald, Eine römische Hundebestattung mit zugehörigem Fressnapf aus Mayen. Archäologisches Korrespondenzblatt 39, 2009, S. 251-261. 

G. Koch, Zum Grabrelief der Helena. The J. Paul Getty Museum Journal 12, 1984, S. 59-72. 

N. Mindt, Rede toter Tiere in antiken Epigrammen und im Culex. In: Schmalzgruber, Speaking Animals S. 207-251. 

A. Schäfer, Antike Hundebestattungen in Köln. Kölner Jahrbuch 46, 2013, S. 93-106. 

 

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1.

https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb11271199_00003.html 

Bildquelle und Bildrechte: Bayrische Staatsbibliothek digital 

 

Abb. 2.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sala_degli_animali,_scrofa_che_allatta,_replica_augustea,_dal_quirinale.JPG 

Bildquelle Wikipedia, Autor Sailko

Abb. 3.

http://www.zeno.org/Literatur/I/bwe1197a 

Bildquelle: www.zeno.org - Contumax GmbH & Co.KG – Bildautor: Wilhelm Busch (Erstabdruck in: Fliegende Blätter und Münchner Bilderbogen 1859-1864)

Abb. 4.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Edessa_pig_stele.JPG 

Bildquelle Wikipedia, Autor Philipp Pilhofer

Abb.5.

https://de.wikipedia.org/wiki/Apollonia_(Albanien)#/media/Datei:Via_Egnatia-en.jpg 

Bildquelle Wikipedia, Autor Eric Gaba/Sting 

Author:

Dr. Raymund Gottschalk

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